logotype
img1
img2
img3
img4
img5

Zeugnisse

Die Wahrheit ist eine Herzensache

Written by Robert on Montag, 08 Dezember 2014. Posted in Zeugnisse

Nicht jedes Glaubenszeugnis erzählt von Ereignissen. Manche Zeugnisse sprechen einfach aus, was das Herz fühlt ... und meist sind es diese Zeugnisse, die wir alle am Besten verstehen können.

"Was heißt es, über die Wahrheit zu schreiben? Heißt es, das zu schreiben, was alle hören wollen? Oder viel mehr, das zu schreiben, was keiner hören will? Ist die Wahrheit unantastbar, unwiderruflich und allgemein gültig? Oder ist sie dynamisch in ihrer Ausprägung? Ist sie objektiv oder subjektiv? Kann sie für den einen richtig sein während sie für den anderen eine dreiste Lüge darstellt? Reicht die Intension die Wahrheit zu sagen aus? All diese Fragen bleiben doch unbeantwortet und schwinden wie auch irgendwann ein Echo vergeht und sich im Weiten des Nichts verliert. Während ich noch dieses Gedankenspiel weiterspinne mag sich die Wahrheit schon längst von dieser Welt vollends verabschiedet haben, denn was ist sie schon die Wahrheit, wenn sie jeder für sich beansprucht und zu beschützen mag. Während der eine am Liebsten nichts von einer Wahrheit hören möchte, verteidigen sie Tausende bis aufs Blut.
 
Auch ich habe meine Wahrheit – Gott. Für mich habe ich Gott als Wahrheit erkannt. Gott, mein Schöpfer und mein Heil, nicht der als den ihn die Welt sieht. Nein, sondern der, den ich in meinem Leben spüre. Der mich berührt und die Antriebskraft ist die alles im Sein ruhen lässt und doch gleichzeitig alles in Bewegung versetzt.
Auch wenn ich manchmal zweifeln mag, ist er, der Unbegreifliche, die Konstante im meinem Leben. Auch wenn ich mich in meinem Meer an Gedanken hilflos verloren fühle vertraue ich auf ihn. Gerade habe ich das Bild Jesu vor Augen, welches die Heilige Faustine von ihm gezeichnet hat. Auch wenn sie mir ungreifbar scheint, diese Wahrheit, so ist sie doch auf besänftigende  Art und Weise das Einzige, das mich atmen lässt.
 
Oft konfrontiere ich mich mit meinen Schwächen und Fehlern, mit meinem schwachen Glauben, gerade auch in Konfrontationen mit anderen. Gerade dann scheint mir meine Wahrheit so klein und naiv. Doch aus der Ferne, aus der Distanz erkenne ich, dass die Wahrheit größer ist als alles was die Welt gesehen hat, denn gerade sie verhilft mir zu dem was in mir wirkt. Auch wenn mein Leben durchschnittlich und gewöhnlich ist, so weiß ich doch, dass ich zu Großem geschaffen bin.
 
Gerne höre ich von, lese ich über und sehe ich die großartigen Persönlichkeiten unserer Welt und bin voller Bewunderung für sie. Dann denke ich mir: „Warum bin ich nicht so? Warum bewege ich die Menschen nicht zum Guten? Warum hängen nicht tausende Augen an meinen Lippen?“ Dann erkenne ich eine Sache. Eine, die alle gemeinsam haben. Sie brennen alle. Brennen für ihre Wahrheit, die ihr Herz eingenommen hat. Auch ich habe diese Wahrheit in meinem Herz. Doch brennt sie überhaupt?
 
Jedes Feuer, welches entfacht aber nicht am Leben gehalten wird, erlöscht früher oder später. An dem Punkt bin ich angelangt. Wie entscheide ich mich? Ich weiß es nicht.
 
Doch es brennt mir förmlich unter den Fingern es herauszubekommen."

Internationale Jugendostertage in Altötting von der Gemeinschaft EMMANUEL

Written by Julia A. on Montag, 28 April 2014. Posted in Zeugnisse

„Ostern in Altötting war einfach der HAAMMERR!!“. Mit diesen Worten versuchten Dominik und Marcelina vor einem Jahr uns für die Ostertage in Altötting zu begeistern. Angesteckt von ihrer guten Laune entschlossen wir uns, dieses Jahr zusammen mit ihnen die Internationalen Jugendostertage im Wallfahrtsort Altötting in Oberbayern zu verbringen. Voller Erwartungen packten wir uns mit zu viel Gepäck in ein zu kleines Auto am Gründonnerstag und fuhren ins „boirische loand“. Uns erwarteten bereits ca. 300 Jugendliche zwischen 18 und 30 Jahren und mit der Zeit wurden es noch mehr und noch mehr…. Nach einem beginnenden Lobpreisabend und einer Einführung in die kommenden Liturgien konnte es losgehen.

Schon während der Gründonnerstagsliturgie waren wir alle hin und weg. Nicht nur aufgrund eines wunderschön singenden Chores und einer feierlichen Heiligen Messe inklusive Fußwaschung. Auch die positive Ausstrahlung und der tief verwurzelte Glauben der anderen Teilnehmer waren überwältigend.

Am Karfreitag, dem Todestag Jesu, war von unserer Seite Mitleiden angesagt. Aufgrund des schlechten Wetters und der Fastenmahlzeiten mussten wir vor allem Kälte und Hunger aushalten, allerdings mit guter Hoffnung auf einen besseren nächsten Tag. Am Freitag stand die Karfreitagsliturgie mit der Kreuzverehrung im Mittelpunkt zur Todesstunde Jesu um 15.00 Uhr.
Mit der wunderschön gesungenen Passionsgeschichte wurden wenigstens unsere Herzen, leider nicht unsere durchgefrorenen Beine und Ohren, gewärmt.
Am Abend konnten wir an Jesu Grab einen Barmherzigkeitsabend  erleben, der Beichte, Gebetsgruppen und den Bahmherzigkeitsrosenkranz beinhaltete. Ich war zu Tränen gerührt. Jesu war für MICH gestorben – oder auch WEGEN mir. Meine Sünden haben ihn ans hölzerne, schwere Kreuz genagelt und ich kann nicht anders handeln, als ihm meine Dankbarkeit und Ehre zu erweisen. An diesem Tag kann man Jesu all seine Probleme und Sorgen, seine Zweifel und Ängste mit ins Grab legen, mit dem Wissen, dass Er auferstehen wird und all mein Kummer verschwindet.

Auch der Karsamstag wurde andachtsvoll gestaltet. Während der Tage bildeten wir kleine Weggemeinschaften, die dazu einluden, seine Gedanken zu teilen und mit Gleichaltrigen (und Gleichdenkenden J ) ins Gespräch zu kommen.

An diesem Tag merkte man, dass sich nicht nur das Wetter, sondern auch die Laune aller Teilnehmer enorm verbessert hat. Alle schienen voller Vorfreude auf die Osternacht glücklich zu sein und diese Vorfreude hat sich gelohnt. Mit dem Osterfeuer und dem Anzünden der Osterkerze begann die Liturgie der Osternacht. Nachdem mittels sieben Lesungen und Psalmen in verschiedenen Sprachen die Geschichtsabschnitte aus der Bibel vorgelesen und gesungen wurden, erhallte endlich das festliche Gloria und die Kirche erstrahlte im Licht des auferstandenen Jesu. Doch der Höhepunkt bildete das langersehnte „HALLELUJA“. Vor Freude über die Erlösung fingen alle an zu tanzen und zu klatschen. Alle hoben die Hände zu Himmel. um Gott zu loben und zu preisen. Die Osternachtsliturgie endete mit einem spontanen Lobpreis, der alles übertraf, was ich bisher erlebt hatte.

Noch lange in die Nacht hinein wurde eine Osternachtsparty gefeiert. Wir konnten unsere Freude  in Tanz und Gesang zum Ausdruck bringen und sie mit anderen teilen….und im Morgengrauen erschöpft in den Schlafsack schlüpfen.

Ein ausgiebiger Osterbrunch erwartete uns Sonntagvormittag, welchen wir in vollen Zügen genossen und nach einem erneuten Osterlobpreis und der Ostermesse konnte der Samstag abends mit der Aussetzung der Allerheiligsten Sakraments beendet werden.

Ein weiteres Highlight am Wochenende bildete das von der Gemeinschaft Emmanuel vorbereitete Musical zum Thema „Guadalupe – wenn der Himmel eingreift“. Jedes Jahr veranstaltet die Emmanuel School of Mission (ESM) in Altötting ein Missionsmusical und organisiert eine Tournee in ganz Deutschland. Dieses Jahr über das bedeutende Wunder aus Mexiko. Mit Gesang und Tanz bildete das Musical einen passenden Rahmen für das Osterfest.

Für Interessierte gibt es hier den Link zu weiteren Terminen in Deutschland- es ist wirklich sehenswert: http://www.esm-altoetting.de/de/tournee-2014

Ich denke, ich spreche für uns alle Anwesenden, wenn ich sage, dass es uns wirklich sehr erfüllt hat, die so wichtigen Tage im Leben eines Christen in Altötting verbringen zu dürfen. Wir sind uns sicher, dass das nicht unsere letzten Ostertage in Altötting waren und können diese wärmstens weiterempfehlen.

„All mein Leben künde laut Dein Lob, o Herr – HALLELUJA!“

Bericht: Jugendtreffen Februar 2014

on Montag, 14 April 2014. Posted in Zeugnisse

Jedes Jugendtreffen ist für mich anders. So auch dieses mit dem „simplen“ Thema `Bewegung Licht-Leben´ von dem ich Anfangs dachte alles Wichtige zu wissen, da ich es schon oft durchgenommen habe. Und trotzdem haben es die Animatoren es geschafft auf einer interessanten Weise dieses Thema und so zu erklären, dass ich viele neue Sachen und eine neue Perspektive gefunden habe. Was mich vor allem gefreut hat, ein Teil von so einer bunten, großen und gemischten Gemeinschaft, voller verschiedenartiger Persönlichkeiten, zu sein, wo ich viele neue, talentierte Menschen getroffen habe.

Wer jedoch ein Zimmer mit der ´´besten´´ Freundin haben will, so ist diese noch ausbaubar. Meiner Meinung nach ist es interessanter, wenn man mit einer neuen Person (oder mehr) sich ein Zimmer teilt, da ich so Menschen kennenlernen kann. Zum Essen in Carlsberg will ich mich nicht viel äußern, außer das ich mich bei ein paar Verbesserungen freuen würde.

Mein Fazit: Ich freue mich schon aufs nächste Jungendtreffen!!!

 

Geschrieben von Sophie Kaczmarek

Das erste Jugendtreffen...

on Dienstag, 04 Februar 2014. Posted in Zeugnisse

Erfahrungsbericht vom Herbsttreffen 2013

Das Jugendtreffen dieses Jahr im Oktober war unser Erstes und unser zweites Mal in Carlsberg. Wir haben im Sommer Carlsberg schon kennen und lieben gelernt, und somit war es für uns sowieso keine Frage ob wir hinfahren oder nicht. Also packten wir unsere Sachen und organisierten uns noch ein Haufen anderer Leute um ihnen zu zeigen, wie schön es dort ist und um sie Gott näher zu bringen. Wir nahmen also die strapazenreiche ungefähr 8 stündige Fahrt auf uns. Ohne große Erwartungen, aber mit der Gewissheit, dass es toll wird. Und es wurde toll.

Gleich bei der Ankunft wurde unsere große Münchnergruppe herzlich begrüßt, den Neulingen wurde alles gezeigt und die Zimmer und Gruppen wurden aufgeteilt. Die Themen waren zu allererst ein wenig überraschend; „Kirche als Institution“, „Sex vor der Ehe“, „Verhütung“, „Wissenschaft und Kirche“. Niemand konnte sich wirklich etwas darunter vorstellen. Aber schon nach dem ersten Gruppentreffen konnten wir sicher sein, dieses Wochenende wird interessant.

Alle Treffen waren ein voller Erfolg, alle Gruppenleiter waren sehr verständnisvoll, offen für Fragen und man merkte, dass sie das alles auch wirklich gerne machten. Leider war unsere Gruppe ein wenig unglücklich zusammengewürfelt, sodass es in manchen Momenten ein wenig schwer war sich zu konzentrieren, aber mit Gottes Hilfe geht ja bekanntlich alles.

An diesem Wochenende haben wir unglaublich viel Neues dazu gelernt, über Gott, über die Kirche, Gemeinschaft, Liebe, aber auch über uns. Alle Leute waren offen und gut drauf und es war sehr angenehm wieder einmal unter Gleichgesinnten zu sein. Wir haben Kraft getankt und sind voller Energie und ''Lust auf Gott'' nach Hause gefahren. Wir danken allen die uns das ermöglicht haben und freuen uns auf das nächste Jugendtreffen.

Julia H. & Veronika H.

Artur in Chicago [Teil 2]

on Sonntag, 15 Dezember 2013. Posted in Zeugnisse

Artur in Chicago [Teil 2]

                                                                                                 Chicago, 13.12.2013

Hallo Freunde,

es ist mir eine Freude euch wieder zu berichten können, wie es bei mir in Amerika läuft. Ich bin jetzt seit etwa 3 Monaten in Chicago und kann sagen, dass ich mich durchaus eingelebt habe. Der Sommer ist vorbei und Weihnachten steht vor der Tür. Mittlerweile bekomme ich auch manchmal Heimweh.

Doch nun dazu, wie es hier zugeht. Wir leben in einem Haus in der Northside von Chicago zusammen mit 8 Priestern und 3 Priesteramtskandidaten, plus wir 4 Missionare.

Connor kommt aus Iowa (Amerika) und ist ein Liebhaber des Wanderns.

John Paul (= Johannes Paul, benannt nach dem Papst Johannes Paul ll) kommt aus dem Süden von Amerika und ist ein typischer amerikanischer Footballspieler. James kommt ganz aus dem Süden, aus Texas. Er ist super lustig und spielt gerne Football.

Wir sind ein sehr ausgeglichenes Team und haben jede Menge Spaß. Doch was tun wir hier überhaupt? Wie sieht unsere Arbeit aus, fragt ihr euch sicherlich. In den ersten Wochen haben wir kaum gearbeitet, wir haben die Schulen und Kirchengemeinden besucht und die Personen kennengelernt.

Gleich zu Beginn gab es ein Wohltätigkeits-Golfturnier für die „Everest“ Schule. Das ist eine katholische Schule, die vom Kindergarten bis zur 8ten Klasse Schüler hat. Die Schule ist wunderbar, sogar eine Kapelle ist vorhanden. Da sie nur etwa 220 Schüler hat, ist die Stimmung sehr familiär und die Disziplin bemerkenswert. Auch tragen die Schüler eine Schuluniform und beten jeden Tag vor dem Unterricht. Ich wünschte, ich wäre wieder klein und könnte auch in so eine Schule gehen.

Zurück zu dem Golfturnier. An jedem Loch auf dem Golfplatz gab es Stationen und Missionen zu erledigen und alle hatten eine Menge Spaß. Vor allem die Missionare, also wir, da wir angefangen hatten, mit den Golfautos Wetterrennen zu fahren. Alles endete mit einem hervorragenden Abendessen im Golfclub.

Wenige Wochen später veranstaltete die „Everest“ Schule ein Vater-Sohn-Camp, in dem es unsere Aufgabe war, die Aktivitäten und den Campingplatz herzurichten. Wir steckten viel Blut, Schweiß und Tränen hinein, und es war ein voller Erfolg. Etwa 25 Väter mit ihren Söhnen tauchten auf. Wir hatten ein Riesenlagerfeuer, eine Schaumschlacht, eine Schnitzeljagd, einen gemeinsamen Rosenkranz, den Kreuzweg in der Nacht im Wald und am Sonntagmorgen eine Wasserbombenschlacht. Es war ein einzigartiges und extrem lustiges Ereignis. Dort habe ich auch gemerkt, wie dankbar ich für meinen Vater bin.

Von der anderen katholischen Schule “Eastlake” hatten wir auch jeweils ein Wohltätigkeitsgolfturnier, bei dem wir Spenden gesammelt haben, und ein Vater-Sohn- Camp, das so ablief wie das Camp an der „Everest“ Schule.

An Montagen haben wir unseren Community-Tag, wo wir keine apostolische Arbeit machen, sondern alle zusammen, Priester, Priesteramtskandidaten und Missionare Fußball, Basketball oder Football spielen gehen und anschließend Brettspiele spielen oder einen gemeinsamen Film anschauen. Es ist schön mit den Priestern Zeit zu verbringen, da sie immer die besten Erfahrungen gesammelt haben und wir sie mit Fragen löchern können. Der beste Community-Tag war der, an dem uns eine Familie eingeladen hat, die ein Seehaus hatte, und wir Jetski fahren durften.

Doch nun weiter mit unserer echten Arbeit. Wir sind aufgeteilt in zwei Teams:

James und ich sind für die Schulen und Jugendgruppen im Süden von Chicago verantwortlich und JP (Kurzform für John Paul) und Connor arbeiten in der North Side. Jeder Tag fängt um 6:30 Uhr mit dem Aufstehen an. 7:00 Uhr Messe, 7:30 Uhr Morgenmeditation und 8:00 Uhr Frühstück. Und so läuft auch der Dienstag. Nach dem Frühstück haben wir Katechismus-Unterricht, in dem wir Schritt für Schritt den ganzen Katechismus durchgehen. Danach haben wir alle zusammen ein Gruppenmeeting: Die 4 Missionare und Pater Jacob und Bruder Ryan, die unsere Treffen und Termine planen und uns bei Exerzitien unterstützen. Während des Tages beten wir den Rosenkranz und haben abends Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. So sieht unser normaler Tag aus. Wir besuchen Familien, Gemeinden, leiten Jugendgruppen, arbeiten an Schulen als Mentoren, halten Vorträge und leiten Camps und haben apostolische Projekte wie Suppenküchen und Nightfever.

Vor einer Woche hatten wir einen Firmungs-Einkehrtag für 70 Achtklässler/innen.

Wir steckten viel Planung und Ideen rein, doch hatten keine hohen Erwartungen, da es Jugendliche aus einem schweren Umfeld sind, die keinen tiefen Glauben haben.

Ich war der Hauptleiter/Manager des Einkehrtages, d.h. ich musste mich darum kümmern, dass der Raum verfügbar ist, in dem sich alles abspielen wird, dass wir alle Materialen, die wir brauchen, zusammen haben, dass die elektronischen Sachen wie Mikrophon, Licht und Projektor vorbereitet sind. Auch, dass alle Vorträge, die von den anderen Missionaren vorgetragen werden, vollständig und gründlich durchdacht sind. Das war sehr stressig, aber hat mir sehr gut gefallen, weil ich mich sehr für die „Eventmanagement- Branche“ interessiere.

Der Beginn des Einkehrtages war um 8 Uhr. Ich bin um 5 Uhr aufgewacht und hab klargestellt, dass alles am richtigen Platz ist, und dann ging`s schon los. Ich war sehr nervös und aufgeregt und habe gehofft, dass alles gut läuft.

Als dann die Teilnehmer eintrafen, hatte ich ein ungutes Bauchgefühl. Sie sahen nicht motiviert und glücklich aus, sie sind nur gekommen, weil es ihre Eltern von ihnen verlangt haben.

Doch zu unserem Erstaunen lief es sehr gut. Wir hatten laute Musik und Discolichter während wir mit Spielen angefangen haben, um die Atmosphäre aufzulockern. Auch die Vorträge liefen super. Die Kinder wurden permanent einbezogen und waren interaktiv. Wir hatten Vorträge über “Gottes Liebe”, “Warum erlaubt Gott Leid in der Welt”, “Gottes Plan in deinem Leben”, “Sünde, Hölle und Beichte”, und was es heißt, ein echter Mann und eine echte Frau zu sein. Mittendrin hatten wir Zeit für Sport und Snacks. Und am Ende luden wir zur Anbetung des Allerheiligsten ein. Dort konnten sie vorgehen und einen Brief an Gott lesen und danach eine Kerze anzünden. Als wir sagten, dass während der Anbetung auch die Möglichkeit zur Beichte vorhanden ist, gingen mehr als die Hälfte der Jugendlichen zur Beichte. Alle waren so erstaunt und berührt, es war ein echtes Wunder. Das hat mein Herz mit so einer Freude erfüllt. Pater Jacob ist eine Stunde länger geblieben, um alle Beichten entgegenzunehmen. Dieser Einkehrtag war ein voller Erfolg. Und ich bin Gott jeden Tag so dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, in Amerika zu sein und solche Arbeit leisten zu können mit den Patern, Brüdern und Missionaren. Das erfüllt mich mit Liebe, Freude, Friede und bringt mir Erfüllung.

Gestern sind wir von einem Trip nach Detroit zurückgekommen, wo wir mit zwei Mädchen aus Mexiko, die auch Missionare sind, an zwei katholischen Highschools das Missionarsjahr promotet haben.

Und morgen gehe ich für eine Woche nach Haiti mit Pater Michael, wo wir zusammen mit 10 anderen Jugendlichen beim Bau einer Kirche und in einem Waisenhaus helfen werden. Darüber werde ich in meinem nächsten Erfahrungsbericht berichten, auch Bilder werden dabei sein.

Ich danke so sehr für jegliche Unterstützung, im Gebet und auch finanziell.

Ich wünsche euch allen eine schöne Bescherung, geruhsame Weihnachtstage, einen guten Rutsch und Gottes Segen fürs neue Jahr. Ihr seid alle in meinen Gebeten.

Grüße aus Amerika/Haiti

Artur RCMC

 

Sommerkurs Legionäre Christi

on Donnerstag, 31 Oktober 2013. Posted in Zeugnisse

Artur über sein Missionsjahr in Chicago

 

 

Liebe Freunde,

Wie die meisten von euch wissen bin ich ein Jahr in Amerika. Da ich viele Anfragen bekommen habe, was ich denn eigentlich dort mache und was das ist, habe ich entschieden einen Newsletter zu schreiben.

Ich mache ein so genanntes Missionsjahr in Amerika mit der Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ von der Katholischen Kirche. Dieses Jahr basiert darauf, dass junge Menschen ein Jahr ihres Lebens Gott geben und der Kirche mit ihrer Arbeit helfen. Besonders Jugendarbeit an katholischen Schulen oder in den Kirchengemeinden mit Jugendlichen. Die Legionäre sind auf der ganzen Welt verbreitet. Besonders in Amerika und Mexiko. Aber auch Deutschland, Österreich, Irland und Polen.

Warum Ich Missionar geworden bin? Ganz einfach, ich möchte dieses Jahr Gott widmen, für alles Gute was ER mir in meinem Leben gegeben hat. Soziale, kirchliche Arbeit leisten und gleichzeitig Amerika entdecken ist einfach unbeschreiblich wunderbar. Der erste Newsletter erzählt von dem fünf wöchigen Vorbereitungssommerkurs in Indiana. Der nächste Newsletter wird von den Ereignissen in Chicago handeln und von allem, was ich dort erlebt habe...

 

Wir nähern uns dem Ende des Sommertrainingskurses. Im Moment nehmen wir an Einkehrtagen in Stille für 3 Tage teil. Diese Einkehrtage basieren auf den 30 Tage langen Einkehrtagen des Heiligen Ignatius von Loyola. Das ist die optimale Zeit, um die letzten Wochen zu reflektieren, was alles passiert ist und was wir alles erlebt haben.

Wir sind 18 Missionare, wobei die eine Hälfte der Jungs aus Deutschland kommt, die andere aus Amerika, und ein Missionar ist aus Brasilien gekommen.

Wir sind in 3 Teams aufgeteilt. Jedes Team hat einen Geistlichen(Bruder) und einen Coworker (Missionar) aus dem Vorjahr als Mentor und Gruppenleiter. Wenn ihr euch wundert, wieso ich erst so spät schreibe, werdet ihr es gleich verstehen…

Unser Tagesplan war ziemlich voll. Unser Tag beginnt mit dem Aufstehen um 6:45 Uhr. Adriel weckt uns mit dem Satz “Christus, unser König” und wir antworten im Halbschlaf “Dein Reich komme”.

Kurz vor dem Morgengebet macht jeder für sich einen Besuch bei der Marienstatue und dann beginnt das Morgengebet um 7:30 Uhr. Es beinhaltet die Meditation über das Evangelium des Tages und dauert bis 8 Uhr. Dann haben wir Gottesdienst bis 8:30  Uhr. Es ist ein echter Segen jeden Tag als Gruppe Gottesdienst zu feiern.

Um 8:30 Uhr gibt es dann endlich Frühstück, das hauptsachlich aus Pancackes, French Toast, Speck, Eiern und Cornflakes besteht.

Um 9:30 Uhr geht jedes Team seine Hausarbeit erledigen. Meine Aufgabe war es, in der Kapelle die Messe für den nächsten Tag vorzubereiten und alles sauber und ordentlich zu halten.

Um 10 Uhr begann unser Unterricht. Wir hatten Unterricht von 10-12 Uhr, von 15-16 Uhr und von 20-21 Uhr. Jede Woche hatten wir ein anderes Thema. Doch dazu später mehr.

An jedem normalen Wochentag fand um 12 Uhr der „Iron man“ statt: 30 Minuten lang hatten wir verschieden sportliche Wettbewerbe unter unseren Teams, wie z.B.  500 Liegestützen in schnellstmöglicher Zeit, Kanu fahren und Geländespiele.

Danach stand Rosenkranz auf dem Plan, anschließend Mittagessen und Brettspiele. Jan und ich habe uns oft eine spannende Schachpartie geliefert.

Nach unserem Nachmittagsunterricht hatten wir Sport. Meist spielten wir Fußball, aber auch traditionelle amerikanische Sportarten wie Football, Basketball, Hockey, Frisby und Dodgeball (ähnlich wie unser Völkerball). Das hat allen unglaublich viel Spaß gemacht. Außerdem war es sehr lustig, da man auf dem Spielfeld andauernd Schreie in allen verschiedenen Sprachen gehört hat (Deutsch, Polnisch und Englisch).

 

Nach dem anschließenden Duschen hatten wir Anbetung und geistliches Lesen von 18-18:30 Uhr. Ich habe es geschafft bis jetzt 2 Bücher zu lesen.

Das erste Buch ist von Pfarrer Malinski, “Bevor du ‘ich liebe dich’ sagst”. Es war ein sehr gutes Buch über das Erwachsenwerden und die Liebe und das Leben in der Ehe. Und über das Erziehen der Kinder im Glauben.

Das zweite Buch, das ich gelesen habe, war “Wild at Heart” von John Eldrige. Es handelt von dem Entdecken der Geheimnisse der Seele eines Mannes. Ich empfehle es jedem, es ist wunderschön und eignet sich vor allem für Frauen und für Männer!!

Um 18:30 Uhr hatten wir eine Konferenz über verschiedene Themen, z.B das Benehmen am Tisch (savoir vivre, oder die Grundsätze von Regnum Christi). Danach gab es Abendessen. Nach dem Abendessen hatten wir den letzten Unterricht für den Tag. Um 9 Uhr fanden die Abendgebete statt und etwa um 22 Uhr sind wir schlafen gegangen.

 

Nun erzähle ich über den Stoff, den wir im Unterricht während des Kurses behandelt haben. Der Unterricht hat mich echt inspiriert und viel gelehrt und hat meine Seele berührt.

Also in der ersten Woche befassten wir uns mit dem Katechismus und den Grundlagen. Es half mir zu verstehen, um was es in diesem Jahr, indem ich ein Missionar bin, wirklich geht. Ich habe das persönliche Bedürfnis, der Kirche zu dienen und Jesus nachzuahmen. Deswegen kämpfe ich jeden Tag aufs Neue mit meinen Schwächen, verneine mich selbst, nehme mein Kreuz und folge Jesus. Pater Juan hat uns erklärt, was das Anliegen von Regnum Christi an uns Jugendliche ist. Man merkt, dass sie mit ganzem Herzen versuchen, uns zu reifen Männern zu erziehen, welche nicht mehr auf sich selbst konzentriert sind, sondern auf die Bedürfnisse der anderen. Zu echten Männern, die ihr Selbstvertrauen aus der Liebe Gottes schöpfen, die nicht unreif und verantwortungslos sind, sondern bewusst Verantwortung übernehmen und Gottes Plan in ihrem Leben suchen.

In dieser ersten Woche habe ich wahrgenommen, dass es meine Mission ist, viel Gutes in unserer Welt zu vollbringen.

Nach den ersten paar Tagen haben wir einen Test gemacht, der unsere Stärken hervorbringen sollte, die wir in unserem täglichen Leben und vor allem in unserer Arbeit als Missionare einsetzen werden.

 

Meine Top-Fünf - Stärken sind:

1. Strategisch: Sich gut auf ein Ziel fokussieren können und den besten Weg finden, um das vorgegebene Ziel zu erreichen.

2. Woo (winning others over): diese Stärke basiert darauf, schnell soziale Kontakte knüpfen zu können, keine Hemmungen zu haben, aus sich rauszukommen und neue Leute kennen zu lernen. Wichtig vor allem dann, wenn man neue Jugendgruppen bilden möchte.

3. Communication: Geschichten außergewöhnlich und spannend zu erzählen gehört zu meinen Spezialitäten. Außerdem bin ich ein guter Redner. Ich liebe es auf der Bühne zu stehen und eine Präsentation zu halten. Das ist sehr wichtig für die Jugendarbeit als Missionar.

4. Activator: Ich animiere die Leute gerne, Initiative zu zeigen, um etwas zu erleben. Außerdem bin ich derjenige, der die Leute motiviert, etwas zu starten und nicht nur rumzusitzen.

 

5. Maximizer: Diese Stärke basiert darauf, aus etwas Normalem/Gewöhnlichem etwas Außergewöhnliches, Spannendes und Lebendiges zu machen, z.B verschiedene Aktivitäten auf Jugendtreffen. Activator und Maximizer ergänzen sich sehr gut!

 

.... Wenn Du wissen willst, wie es weiter geht dann schau nächsten Donnerstag wieder vorbei :) 

Meine Zeit in Afrika ... (Teil I)

Written by Isabella on Dienstag, 29 Oktober 2013. Posted in Zeugnisse

Meine Zeit in Afrika ... (Teil I)

Ich möchte euch heute einladen mit mir ein paar Jahre zurück zu blicken, in eine Zeit in meinem Leben, welche etwas anders war als der gewöhnliche Alltag. Sie hatte nichts mit Schule oder Studium oder auch Oase zu tun. Nein, für dieses eine Jahr hatte Gott etwas ganz anderes für mich vorbereitet. 

Aber vorweg möchte ich euch noch erzählen, wie es überhaupt dazu kam.
Ich war gerade in meinem 2. Ausbildungsjahr zur Heilerziehungspflegerin, als bei uns im Kurs einer nach dem anderen die Idee hatte nach der Ausbildung, anstatt gleich ins Berufsleben einzusteigen, erst einmal ins Ausland zu gehen. Dies ging auch an mir und meiner Reiselust nicht spurlos vorbei.
Schon immer reizte und interessierte mich der Kontrast zwischen uns, dem so zivilisiertem Westen, und den anderen ärmeren Ländern und Kontinenten auf der Welt. Der größte Kontrast war damals für mich wir, also der Westen, und das so wilde und so andere Afrika.
Also informierte ich mich und fand im Internet die Organisation Missionar auf Zeit kurz MAZ genannt.  Ich verabredete mich mit der verantwortlichen Schwester und hatte auch prompt eine Zusage. Ich würde nach Südafrika gehen, ein  Jahr später sollte es also losgehen.
Es folgte ein Jahr der Vorbereitung,  wobei ich im Nachhinein sagen muss, darauf was mich dort erwartete, konnte mich kein Kurs der Welt wirklich vorbereiten.

Ein Jahr weg von Zuhause, weg von Familie, von Freunden…. Das war nicht ohne. Und was sollte man überhaupt für ein ganzes Jahr mitnehmen, was würde ich brauchen, was nicht? Das alles waren Fragen, welche mir keine Ruhe mehr ließen.

Mein Abenteuer begann Mitte September 2007. 
Wir flogen aus dem Spätsommerwarmen Deutschland in das noch immer recht frische Südafrika, in die wunderschöne Stadt Kapstadt. Wer je behauptet hat, in Afrika wäre es immer zu heiß, den muss ich hier leider enttäuschen. Es war ein wahrer Kälteschock. Wir zogen alle möglichen warmen Klamotten an. Allzu viele hatten wir nicht dabei, denn auch wir gingen von dem warmen Afrika aus  und froren dennoch. Wir waren vom Sommer aus in das Ende des südafrikanischen Winters geraten.

Was die Kälte jedoch sofort wieder gut machte, war der Empfang und die Herzenswärme der Menschen. Gleich am ersten Tag wurden wir durch das ganze Haus geführt. Es war ein Heim für chronisch kranke Kinder und Jugendliche und sollte unser neues Zuhause und auch Arbeitsplatz werden.  Mein Interesse weckten gleich am ersten Tag die Kleinsten, die vielen Babys und Kleinkinder welche alle an HIV und Aids erkrankt waren und das sollte auch mein zukünftiger Arbeitsbereich werden. Das Haus war in mehrere Gruppen sogenannte „wards“ eingeteilt:
Sunflower - Kinder und Säuglinge mit HIV und AIDS,
Daisy - Mädchen mit unterschiedlichen Erkrankungen,
Sweet Basil - Kleine Jungs mit unterschiedlichen Erkrankungen,
Protea - Jugendliche Jungs,
und am Ende noch Freesia - Jugendliche Mädchen. 
Mein neues Zuhause war also der Sunflower- ward. 

 

Mein tolles Team , hier habe ich wahre Freunde gefunden, mit einigen besteht der Kontakt bis heute...

Aller Anfang ist schwer und so tat ich mir die ersten Tage mit all den Namen der Mitarbeiter und auch Kinder schwer, ich war froh, wenn ich sie aussprechen konnte, aber von MERKEN konnte nicht die Rede sein   Da waren Namen wie : Akona, Anati, Aviwe, Nzika, Batandwa, Ntando, Keano ….. Keano konnte ich mir merken von dem Schauspieler Keano Reevs, aber mehr auch nicht
Doch die Krankenschwester war sehr geduldig mit mir, am Ende meines ersten Tages nahm sie mich an der Hand , blickte mir tief in die Augen und sagte:  „ Heute war ein harter Tag für dich, gib nicht auf, der morgige wird besser und der nächste wird noch viel besser!“
Ich muss wohl sehr verzweifelt ausgesehen haben.

Meine besten Lehrer waren die Kinder, sie kannten keine Hemmungen mir alles mehrmals zu wiederholen bis ich es verstand. Mein Englisch wurde trotz vorherigen Grundkenntnissen hier nochmal komplett auf den Prüfstand gestellt. Ich bevorzugte es anfangs eher zuzuhören als meinen Mund aufzumachen. Da konnte ich wenigstens nicht viel falsch machen.

Das Lachen und die Lebensfreude waren ansteckend!

Die Zeit verging und wir gewannen immer mehr an Einsicht, an Überblick und auch ich fand schließlich den Mut, mich mit den Leuten zu verständigen. Da die Kinder von Haus aus nicht Englisch, sondern Xhosa oder Afrikaans sprachen, war ich dazu gezwungen, die Basics beider Sprachen zu lernen.  Was mich anfangs sehr irritierte war jene Redewendung:  Das Wort „ Isapa“ bedeutet auf Xhosa „ komm her“ , wird aber oft mit „ Isa“, also meinem Kosenamen, abgekürzt. Da dies gefühlt alle 5 Sekunden zu eines der Kinder gesagt wurde, fühlte ich mich auch jedesmal direkt angesprochen.  Tja, andere Länder, andere Sitten!

Dieser Kleine hat mein Herz im Strurm erobert - Aviwe

Als ich euch gesagt habe das kein Kurs der Welt uns auf das, was uns erwarten würde , vorbereiten könnte, habe ich das Thema HIV und AIDS mit eingeschlossen. Ich habe mich meiner Meinung nach sehr umfangreich mit der Krankheit befasst, doch die Praxis unterschied sich dennoch stark von der Theorie. Ich hatte hier nun fast 25 Kinder und Babys vor mir, welche ALLE ohne Ausnahme von dieser Krankheit betroffen waren, einige waren bereits sichtbar davon gekennzeichnet. Diese Erkenntnis war ein wahrer Schock, vor allem als mir klar wurde, dass wenn die Kinder krank waren, die Eltern das Virus ebenfalls in sich trugen und dass die Eltern ihre Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aufwachsen sehen werden.
Wie muss man sich die Kinder also vorstellen? Bettlägrig? Nur mit Mundschutz und Handschuhen anfassen wegen Ansteckungsgefahr??
Ganz und gar nicht. Im Grunde kann man sagen, waren es meist sehr lebhafte und neugierige Kinder, laut und frech und sehr sehr lieb. Der einzige Unterschied war die Tatsache, dass sie viele Medikamente schlucken mussten, regelmäßig eine laufende Nase hatten(ist eine Art Begleiterscheinung, eine Art chronischer Husten ist ebenfalls typisch bei AIDS) und in regelmäßigen Abständen zu Check ups ins Krankenhaus gebracht wurden.

Unterwegs ins Krankenhaus zum monatlichen Check up.

 

Was war also meine Aufgabe dort? 

Mein Arbeitstag begann um 7 Uhr morgens, meine erste Aufgabe war das Vorbereiten der Milchflaschen, da für jedes Baby bzw. Kleinkind 6 Flaschen gebraucht wurden, waren es insgesamt meist an die 70 Flaschen Milch, welche da vorbereitet werden mussten. Die Milch wurde je nach körperlicher Verfassung des Kindes dosiert, sie diente als Vitamin- und Mineralienspender. Natürlich hatte jede Milch ihren besonderen Geschmack, da gab es welche mit Erdbeergeschmack, Schokolade, Vanille usw. Das Wichtigste war, das es schmeckt.
Wenn ich gerade mal nicht damit beschäftigt war,  war das Füttern der Babys bzw. die Essensausgabe für die älteren Kinder angesagt. Zum Frühstück gab es immer dasselbe, das sogenannte „ Milipap“: Reisbrei, welcher hier mit Grießbrei vergleichbar ist, nur eine festere Konsistenz hat.
Nach dem Essen wurden die Schulkinder zum Zähneputzen begleitet, (stellt euch mal 15 zappelnde Kinder in einem Bad beim Zähneputzen vor= Stress), Haare gekämmt – das war oft mit Tränen verbunden, denn solche Haare zu kämmen ist oft schmerzhaft, vor allem bei den Jungs.
Nachdem die Schulkinder den Weg zur Schule angetreten hatten, waren die Kindergartenkinder an der Reihe, gleiche Prozedur, gleicher Kampf wie auch schon zuvor.

Um ca. 8 Uhr wurden die Kinder von der Kindergärtnerin abgeholt. Dies sah oft so aus, dass alle Kinder zusammen in einen Rollwagen gestellt wurden ( ein etwas größerer Bollerwagen) und dann von der Kindergärtnerin in Richtung Kindergarten geschoben wurden. 

 

Ein wichtiger Tagespunkt für die Kinder-der Nachmittagssnack-lecker!

Für mich war jetzt erst einmal spülen, Wäsche zusammenlegen und aufräumen angesagt.
Anschließend hatte ich Zeit für die Kleinsten, die Babys. Ich spielte mit ihnen, nahm sie auf den Arm oder ging ein wenig mit ihnen an die frische Luft.
Die Zeit bis mittags war schnell vergangen, da kamen auch schon die Kinder zum Essen zurück.
Essensausgabe und das Füttern der Kleinkinder und Babys war angesagt.
Anschließend wurden die Kinder allesamt zum Mittagsschlaf ins Bett gelegt.
Das war für mich die Zeit meiner wohlverdienten Pause.
Wir holten uns also unser Essen aus der Küche und genossen das doch etwas andere, aber auch sehr leckere Essen.
Nachmittags war nun endlich Zeit, um mit den Kindern zu spielen. Hier war unserer Fantasie keine Grenze gesetzt. Wir spielten Ball, tobten im Garten umher, ich brachte ihnen einige deutsche Kinderspiele bei, sie nahmen es mit Neugier, aber nicht immer mit Verständnis, auf und bauten es, nicht selten, einfach um, wie sie es eben gerade haben wollten.
Das Highlight aber war wenn wir den geschützten Bereich des Gartens verließen, um alle zusammen zum Spielplatz zu gehen. Karussell, Schaukel, Rutsche… nicht brauchte man mehr.

Neugierig geworden? Dann dürft ihr euch schon auf einen weiteren Beitrag über meine Zeit in Südafrika freuen, darin werde ich euch einige meiner Kinder etwas genauer vorstellen....

 

Bis bald,

eure Isabella

Ein unvergessliches Erlebnis

Written by Julia C. on Mittwoch, 28 August 2013. Posted in Zeugnisse

WJT 2011 in Madrid

 

Schon seit Jahren freute ich mich auf diesen Tag- der Tag, an dem ich endlich auf meinen 1.Weltjugendtag fahren durfte. Davor war ich entweder zu jung oder das Treffen mit dem Papst war einfach am anderen Ende der Welt, doch nun war es so weit: Ich durfte mit meinen 15 Jahren auf den WJT nach Spanien, Madrid. Ich war mit einer kleinen Gruppe von Jugendlichen aus Carlsberg unterwegs, die sich dem Bistum Mainz angeschlossen hatte. Die schlechte Nachricht, dass wir nun doch nicht in Gastfamilien untergebracht werden, sondern in Turnhallen, machte die 10 Tage in Spanien noch mehr abenteuerlich. Voller Aufregung und offen auf alles, saß ich 17 Stunden im Bus. Mit jedem Kilometer, den wir hinter uns ließen, stieg meine Freude an. Die Ruhelosigkeit hatte im Gegensatz zur Autobahn freie Fahrt: Wir vertrieben uns die Zeit mit gemeinsamen Gesängen und letzten Endes sackten wir in unsere Sitze und schauten uns eine DVD an. Ehe die Morgendämmerung einbrach, erblickten wir aus unseren Fenstern; die ersten spanischen Landschaften. Und endlich waren wir da: Miranda de Ebro hieß die Stadt, in der wir unsere erste Nacht verbringen sollten. Von ausruhen und schlafen war erst einmal nicht die Rede. Auf „San Juan Monte“ begegneten wir zum ersten Mal anderen Kulturen. Die Franzosen, die uns sehr herzlich mit instrumental begleiteter Musik und ihren auffälligen roten Mützen begrüßten und das Gastland, das den kulturellen Nachmittag mit spanischen Tänzen und Kleidern und Gesängen gestaltet hatte. Das Essen, mit dem sie uns ebenfalls willkommen hießen, war allerdings auch wortwörtlich spanisch- Paella, also übersetzt Reis mit Meeresfrüchten. Während die Einen oder Anderen es genießten, saß ich da vor meinem Teller und seufzte, weil ich den Reis aufmerksam vom Rest trennte und jede Gabel auf Meeresfrüchte untersuchte. Am späten Nachmittag pilgerten wir gemeinsam mit den Franzosen hinunter in die Stadt, in deren Kirche wir total erschöpft und ausgepowert unsere erste heilige Messe feierten. Danach konnten wir uns mehr oder weniger auf die Unterkunft freuen. Statt „ Mama’s Hotel“ erwarteten uns Gemeinschaftsduschen mit kaltem Wasser, kein Strom auf der Toilette und einigen Insekten. Viele Freunde würden an dieser Stelle mit Sicherheit sagen, ich sei verrückt geworden, jedoch war es die Erfahrung wert, die mich lehrte das zu schätzen, was ich im Alltag für selbstverständlich hielt. Fit und erholt standen wir am nächsten Morgen mit hungrigen Mägen in der Schlange zu unserem Frühstück. Überraschenderweise gab es nur zwei Päckchen Kekse und ein Becher Milchpulver aufgelöst in Wasser, wie die nächsten zwei Tage und die restliche Woche auch.

Aber schnell hatte man sich an dieses Essen gewöhnt. Danach besichtigten wir die Stadt Miranda de Ebro mit ihren typisch spanischen Gassen. Dann hieß es auch schon wieder in eine andere Turnhalle umziehen. Wenn man unsere Anzahl der Umzüge innerhalb nur 10 Tagen betrachtet, wären wir im Buch der Rekorde. Jedoch waren die Zustände der Hallen immer besser, je näher man sich Madrid befand. Das Essen ebenfalls. In Burgos vor der Kathedrale trafen wir schon mehrere neue Gesichter auf einem Festival: aus Kanada, Belgien, Italien, Brasilien, Polen und noch viele andere. Doch eins teilten wir gemeinsam: die Freude auf den Papst. Wir feierten und lachten zusammen bis spät in die Nacht mit der musikalischen Unterstützung von verschiedenen Bands.

Gegen Mittag des nächsten Tages brachen wir nach Tielmes auf, ein kleines ruhiges Dorf nicht weit von Madrid. Freundliche und herzliche Menschen empfingen uns dort. Selbst der Bürgermeister organisierte uns einen freien Eintritt in deren Schwimmbad am Tag unserer Ankunft und besuchte uns in der Turnhalle. Auch in Schwierigkeiten, die uns hin und wieder jagten, half er uns heraus. Solchen warmherzigen Menschen wie ihm bin ich nur sehr selten begegnet. Mit Bus und Metro kamen wir täglich nach Madrid und ich war sehr aufgeregt, als ich zum ersten Mal aus der Metrostation an die Erdoberfläche kam. Kulturcrash würde es am besten beschreiben: eine pilgerüberfüllte Stadt aus allen Ecken der Erde. Die einzelnen Gruppen sangen, lernten andere Länder kennen und tauschten untereinander Kleinigkeiten aus. Man war einfach nur offen auf andere Menschen, ging auf sie zu und scheute sie nicht. Ich war von Anfang bis Ende begeistert! Wir besichtigten mehr oder weniger die Stadt, bereiteten uns auf den Papstbesuch vor, indem wir zu den täglichen Katechesen gingen und marschierten zu der Eröffnungsmesse mit ALLEN 1,7 Millionen Pilgern. Der Höhepunkt, das Treffen mit dem Papst in Quatros Vientos auf dem Flugplatz, war eine nasse aber trotzdem schöne Angelegenheit.

Aus der Hitze, während der man sich nach Wasser sehnte, entwickelten sich Unwetterwolken und Gott erhörte unser Anliegen-es regnete den ganzen späten Abend. So musste leider das Treffen mit dem Papst unterbrochen werden. Doch wir Pilger blieben stark und feierten auch im Regen weiter. Glücklicherweise hat es in der Nacht aufgehört zu regnen und wir konnten beruhigt wie Sardinen nebeneinander schlafen. Morgens um sechs wurden dann die meisten mit einer vermissten Durchsage geweckt. Zu Beginn der heiligen Messe stand ich mit einigen anderen Pilgern am Rand der Sektore und hofften, den Papst dort vorbeifahren zusehen. Vergeblich- ich sah nur einen geringen Teil des Papamobiles. Nach der Messe hieß es dann Sachen zusammenpacken und los. Doch leichter gesagt als getan: Die ganze Menschenmasse bewegte sich nur millimeterweise. Daraus folgte, dass wir Stunden brauchten, um zu unseren Bussen zu kommen und um wieder zurück nach Deutschland zu fahren.

Das, was mein Leben neu würfelte, möchte ich noch erzählen: Es war ein Mittwoch, das weiß ich noch ganz genau: Wir planten einen entspannenden Abend auf einem mexikanischen Konzert. Hat sehr viel Spaß gemacht und auch dort lernte man neue Menschen kennen und ich schloss sogar Freundschaften. Als es so langsam dunkel wurde, beschlossen wir zurück in unsere Unterkunft zu fahren. Die Standardstrecke: Metro- Bus. Während wir umsteigen wollten, bemerkten wir, dass einige Polizisten nach dem Rechten schauten und sperrten auch den Ausgang ab. Zum Glück ließen sie uns weiter umsteigen und gaben uns den Satz „ Ihr dürft nicht raus, oben herrschen Aufstände. Es ist gefährlich!“ mit auf den Weg. Wir gehorchten und gingen weiter, jedoch nicht mehr gelassen und bewahrten die Ruhe - außer ich. Ich machte mir keinen Kopf darum und dachte mir nur „Leute, so schlimm kann’s doch nicht sein“. Ich war mir unbewusst dem, was auf uns zukam. Proteste und Demonstrationen sah ich im Fernsehen, habe es mir aber nie so schlimm vorgestellt. Als wir nun dem Tunnel zur nächsten Metro folgten, wurden wir wieder neben einer breiten, relativ langen Treppe aufgehalten, die an die Oberfläche führte. Es hieß, die Metros fahren wegen der Demo nicht mehr und wir müssten raus. So steckten wir für einen Moment an der Station „Sol“ fest und überlegten uns, wie wir weiter vorgingen. Währenddessen stopfte ich meine Sache in den Rucksack hinein mit dem Blick zur Treppe, wo man schon Geschreie hörte und ab dann bekam auch ich weiche Knie. Wir waren alleine, keine andere Gruppe war mehr da. Dann war es so weit: tief durchatmen, Ruhe bewahren, eine Kette bilden und raus gehen. Uns holten zwei, drei Pilger ein, die froh und munter weitersangen beim Hinausgehen. Dies machte die Demonstranten noch aggressiver und das unbeschreibliche, unwohle Gefühl in jedem von uns stieg an. Wir gingen Stufe für Stufe zügig hoch. In diesem Moment fühlte ich mich, als ginge ich meinen eigenen Kreuzweg- wir wurden beleidigt, bespritzt mit Wasser von den hasserfüllten Menschen, die um die Metrostation standen und einen langen engen Weg uns bannten. Zusätzlich gedemütigt von dem ganzen Blitzgewitter und den nahen Gesichtsaufnahmen durch Fotografen. Für einen kurzen Augenblick wandte ich meinen Blick zur Seite und konnte den Teufel in Person in deren Gesichtern sehen, die mit dem Finger auf uns zeigten. Ich ging reflexmäßig zur Seite als ich wahrnahm, dass zwei von ihnen auf mich losgehen wollten. Glücklicherweise stand die Polizei dort, die eine Kette vor den Demonstranten bildeten. Wir senkten den Kopf. Eine Stimme sagte nur „Ich führ euch hier ein Stück raus!“. Simon von Cyrene verkörpert im Polizisten ging an unsere Gruppenspitze. Vor Angst und Panik fing ich an zu weinen. Ich war nicht die einzige. Vor Angst um meine Schwester, die ich fest an der Hand hielt. Auf einmal spürte ich das Gefühl ganz stark, ich sei in einer Art Schutzhülle und jemand würde mich an der Schulter fassen und sagen „Ich bin bei dir, alles wird gut. Vertrau mir“. Dies gab mir die Kraft den Weg zu überstehen. Wir irrten stundenlang in Madrid herum und machten Umwege, fragten nach einem Weg, bis wir schließlich am Stadtende eine Metro fanden. Die Station war überfüllt und wir hatten keine Chance die vorletzte Metro zu kriegen, in der schon Pilger saßen. Wir zweifelten sogar daran die letzte noch zu bekommen und dachten wir müssten die Nacht dort verbringen. Eine Pilgergruppe aus der Schweiz näherte sich den wartenden Pilgern und sie sangen unterwegs ein sehr bekanntes „Halleluja“. Die gesamte Station stimmte mit ein und in diesem Augenblick fuhr eine komplett leere Metro vor wie bestellt. Wir konnten es kaum glauben und quetschten uns alle hinein, damit jeder rein passte. Einige Pilger wussten von der Demonstration gegen den Papst nichts, was mich sehr wunderte. Es schweißte unsere Gruppe für die restliche Woche sehr zusammen. Wir waren wie eine kleine Familie geworden! Und das Motto des Weltjugendtages: „ In Ihm verwurzelt und auf Ihn gegründet, fest im Glauben“ ( Kol 2,7) passte zu dem erfahrungsreichen Abend sehr gut. Aber das war das größte Zeugnis, was man über seinen Glauben geben konnte und kann! Darauf bin ich stolz! Dieser Abend hat mir noch mehr Mut gegeben, offen über meinen Glauben zu sprechen und sich zu ihm zu bekennen, ganz egal was meine Mitmenschen über mich denken. Er veränderte mein Leben. Es war mein erster und bestimmt nicht der letzte Weltjugendtag. Ich danke Gott für diese erfahrungsreiche Woche über meinen Glauben und meinen Eltern, die es mir möglich gemacht haben, daran teilzunehmen. Adios Amigos!

 

„Die Kirche ist lebendig! Die Kirche ist jung!“

on Montag, 26 August 2013. Posted in Zeugnisse

Kasias Erlebnisse in Rio de Janeiro

„Die Kirche ist lebendig! Die Kirche ist jung!“

„Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker der Erde“ Mt 28,19. Dies war das Motto der 28. Weltjugendtage, welche dieses Jahr in Rio de Janeiro stattgefunden haben.
Schätzungen zufolge waren 2500 deutsche Pilger zugegen. Sie waren Teil der 1,2 Millionen Besucher, die bei der Willkommensfeier mit dem Papst dabei gewesen sind.
Noch mehr Menschen nahmen am Kreuzweg teil: etwa 2 Millionen. Man geht davon aus, dass nach der Vigilfeier, 1 Million Pilger auf der Copacabana übernachtet haben und 3,7 Millionen Menschen an der Abschlussmesse teilgenommen haben. Nur in Manila im Jahre 1995 waren es mehr.
175 Nationen waren bei den WJT vertreten. Die meisten Pilger kamen aus dem Gastgeberland selbst, gefolgt von Argentiniern, US-Amerikanern, Chilenen, Italienern, Franzosen, Paraguayern, Peruanern und Mexikanern.
Knapp eine halbe Million Menschen waren Dauerteilnehmer, darunter 7.814 Priester und 644 Bischöfe, davon 28 Kardinäle.

So weit die Fakten. Aber es gab zahlreiche Ereignisse, die man nicht in Zahlen und Größen erfassen kann. Zum Beispiel die unglaubliche Herzlichkeit der Brasilianer.
Mit keiner Statistik kann genau geklärt werden, wie viele Brasilianer ihre Türen für die Pilger geöffnet haben. Nirgendwo wird erwähnt, dass mich eine brasilianische Familie hat bei sich Zuhause übernachten lassen, nachdem ich 7 Stunden auf mein Pilgerpaket gewartet habe und keine Möglichkeit mehr hatte in meine vorgeschriebene Unterkunft zu fahren.
Es hat auch niemand gezählt, wie viele Fotos während dieser WJT gemacht wurden. Bilder, auf denen Menschen, die sich eben erst kennengelernt haben, lächelnd in die Kamera schauen; Gruppenfotos, bei denen sich die Pilger mit Nationalflaggen ausgerüstet vor die Kamera drängen; Einzelbilder mit der Christo Redentor-Statue, dem Wahrzeichen der Stadt... .

 

Keiner weiß genau wie viele Messen gehalten wurden. Die offiziellen Gottesdienste, wie die Abschlussmesse mit dem Papst, wurden natürlich vermerkt. Aber die spontanen Messen in Parks, auf diversen Plätzen oder am Strand kann niemand zählen.
Für immer ein Geheimnis bleibt auch, wie viele Scheiben Zwieback gegessen wurden. Diese werden in Brasilien gerne als Alternative zum Brot gegessen und fanden sich auch in den Pilgerfrühstückspaketen (allein im Essenspaket für die letzten beiden Tage fanden sich 12 Scheiben).
Nur Gott vermag zu wissen, wie viele Herzen während der Weltjugendtage berührt wurden, wie viel Freude sie geschaffen haben, wie viele Freundschaften geknüpft wurden oder wie viel ein jeder aus diesen Tagen für sich mitgenommen hat.
Ich habe sehr viel mitgenommen, nicht nur im wörtlichen Sinne, in Form von verschiedenen Geschenken und Kleinigkeiten, die ich geschenkt bekommen bzw. getauscht habe. Nein, ich habe eine innere Freude und Zuversicht mitnehmen dürfen, die mich erfüllt hat und bis heute erfüllt.


Auf der Copacabana riefen die Jugendlichen: „A igreja é viva! A igreja é jovem!“ - „Die Kirche ist lebendig! Die Kirche ist jung!“ Und das durfte ich erleben: Ich habe gesehen und gespürt, dass die Menschen, und vor allem die Jugendlichen, sich zu Christus bekennen und ihren Glauben als ein zentrales Element ihres Lebens betrachten.
So lasst uns alle gemeinsam hinausgehen und alle Völker zu Seinen Jüngern machen (vgl. Mt 28,19) und 2016 in Kraków wieder zusammen kommen, um ein weiteres Fest des Glaubens zu feiern.

Sarah´s Pilgerreise

Written by Sarah on Samstag, 17 August 2013. Posted in Zeugnisse

Wieso sollte man sich so etwas antun?!

9 Tage lang in der Hitze laufen, kein Dach über dem Kopf, geschweige denn eine gescheite Mahlzeit. Warum sollte sich das jemand freiwillig antun? Was denkt man sich dabei, daran teilzunehmen? Das habe ich mir gedacht, als ich nach dem ersten Tag meiner Pilgerreise 30 km hinter mir hatte. Doch war ich bereits mitten im Geschehen der jährlichen Pilgerreise in Polen von Warschau nach Tschenstochau.

Jeder Tag beginnt um 4:30,nach einer Übernachtung im Zelt. Alle Zelte werden abgebaut und um 6:00 laufen wir los. Im Laufe des Tages wird eine heilige Messe gefeiert, welche jedoch aufgrund des Schlafmangels schwer zu verfolgen ist. Die Pausen sind kurz und sobald man das Gefühl hat, gerade halbwegs mit Nutella- und Pastetenbroten statt geworden zu sein, ist auch schon der Ausruf „die schwarze Gruppe geht!!!!!!“ zu hören.       Glücklicherweise begegnen wir im Laufe des Tages immer Bewohnern am Straßenrand, welche Brote, Obst, Wasser und Kuchen verteilen. Doch ist das keine Selbstverständlichkeit und die Herzlichkeit und Fürsorge der Menschen ist jedes Mal ein neuer Kraftspender! Wenn wir erschöpft und voller Zerrungen, Blasen und Muskelkater gegen 18:00 in Gärten weiterer netten Menschen unsere Zelte aufschlagen, sind wir uns unserer Privilegien noch immer bewusst und eine Gieskannendusche ist alles, wonach man sich sehnt. Dass das Wasser eisig ist und alle einem bei dieser Dusche zuschauen ist nebensächlich. Meine Gruppe organisiert jeden Abend ein der Bedürfnissen angepasstes Abendessen aus Würstchen, Instantsuppen oder Raritäten wie frischen Eiern oder Milch vom Bauernhof, auf dem wir rasten, was vor allem gesellschaftlich einen Höhepunkt darstellt. Somit sind die Schmerzen schnell vergessen. Außerdem wird alles brüderlich geteilt. Angefangen beim Brotaufstrich, jedem kostbarem Schluck Wasser, Socken und Schuhen oder allgemein der Zeit, denn eine freie Minute hat hier keiner mehr. Doch spätestens am nächsten Morgen, wenn die Sonne gerade aufgeht, man wegen des Taus durchnässt ist, friert und mit dem Wissen aufstehen muss, einen weiteren harten Tag vor sich zu haben, ist die Stimmung eher mäßig. Also zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Warum tue ich mir so etwas an? Ich kann die Frage noch immer nicht klar beantworten, aber ich weiß, ich will nächstes Jahr wieder pilgern. Denn jedes Mal, wenn ich nicht mehr konnte, hatte ich eine Intention, für die ich meinen Weg opfern konnte. Ich habe gemerkt, dass ich sehr viel mehr erreichen kann als ich mir zutraue. Ich habe ein inniges Verhältnis mit der Natur geknüpft und ich schätze nun jedes Stück Fleisch, jede Minute, welche ich allein in der Kapelle sitze oder einfach das sichere Gefühl, während eines Gewitters, ein Dach über dem Kopf zu haben. Ich könnte noch eine Menge weiterer nennenswerter Gründe nennen, doch eine Pilgerreise ist für jeden ein ganz individuelles und persönliches Erlebnis, also überzeugt euch selbst ;).

 

 

 

 

XI. Polnisches Jugendtreffen in Concordia

Written by Sarah on Samstag, 13 Juli 2013. Posted in Zeugnisse

Jedes Jahr im Juni findet in Concordia das polnisch-deutsche Jugendtreffen statt, zu welchem aber auch herzlich Familien und ganze Gemeinden eingeladen sind. Auch in diesem Jahr waren Städte von München bis Berlin vertreten, welche sich stolz mit ihren Flaggen auf der Bühne präsentierten während die restlichen Gäste auf einer großen Wiese saßen und sich an dem Schauspiel und der Musik verschiedener Kirchenbands erfreuten. Zum Programm gehörten jedoch nicht nur die Vorführungen der teilnehmenden Gemeinden, sondern steht natürlich das gemeinsame Beten im Vordergrund; unter anderem der Barmherzigkeitsrosenkranz, welcher freudig von der Lednica-Band „Siewcy Lednicy“ begleitet wird, Katechesen, Beichtgelegenheiten und natürlich der Höhepunkt - die Heilige Messe und die Anbetung am Ende.

Ich selber gehöre der Gruppe „SFM Emaus“ an, welche die Treffen seit einigen Jahren zustande bringt und sich alle 6 Wochen trifft, zusammen betet, singt und lacht. Die leitende Idee der Gruppe war es „das Treffen das ganze Jahr über stattfinden zu lassen“, so der Organisator des Treffens und der Gruppe P. Bogdan. Unsere Aufgaben beim polnischen Jugendtreffen sind sehr vielseitig. Vom Lesen während der Heiligen Messe bis zum Verteilen und Halten von Kerzen ist alles dabei. Das klingt tatsächlich nicht sonderlich anspruchsvoll, doch sind Aufgaben wie das Zurechtweisen von falschparkenden Teilnehmern manchmal recht schweißtreibend, wenn diese darauf bestehen „wie jedes Jahr dort, und nirgends anders parken zu wollen“ und auf das Gelände fahren, auf dem gerade Essen verteilt wird ... Doch ist das Organisieren eines so großen Treffens mehr eine Ehre als Pflicht, denn sie ermöglicht einen freudigen, Christus-erfüllten Tag, an den sich jeder gerne zurück erinnert.
Ich hatte dieses Jahr das Glück die Anbetung musikalisch mitzugestalten. Das war eine ziemlich spontane Angelegenheit, da die Mitwirkenden, ebenfalls aus dem Team „SFM Emaus“, in Deutschland zerstreut wohnen und Übungsmöglichkeiten gering sind. Letztendlich war die Anbetung jedoch für jeden persönlich, trotz oder gerade wegen des plötzlichen Regens, eine gute Möglichkeit zu beten.
Abschließend möchte ich also jeden einladen in den nächsten Jahren am polnischen Jugendtreffen in Concordia teilzunehmen. Es ist jedes Jahr ein geistlich vielseitiges Erlebnis und für jeden persönlich anders. „Ich bekenne mich zu Christus!“ 

Der Eucharistische Kongress

Written by Diana, Katharina, Marcelina on Montag, 01 Juli 2013. Posted in Zeugnisse

Das Zeugnis dreier Helferinnen

Der Eucharistische Kongress

Gott lädt ein

Auf den ersten Blick ist es wohl gar nicht so einfach zu wissen was man sich unter einem "Eucharistischen Kongress" vorzustellen hat. "Die Feier der Eucharistie ist die Mitte unseres Glaubens und unserer Kirche.“ Folgt man diesem Zitat, so kommt man der Sache schon ein wenig näher. Ausgehend von dieser Tatsache, war es ein sehr freudiges Ereignis, dass man sich zu solch einem Kongress entschlossen hat. Ziel war nichts anderes als die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Eucharistie und geht man noch einen Schritt weiter, so war es Gott selbst der durch die Veranstalter dazu eingeladen hat sich mit dem Thema der Eucharistie auseinanderzusetzen. Die Eucharistie ist schließlich der Ort, wie es das eben genannte Zitat sagt, an dem wir Gott so direkt wie sonst nirgendwo begegnen und antreffen. Aus dem Glauben an diese so leibhaftige Begegnung heraus, den wir mit vielen Menschen teilen, konnte die Auseinandersetzung mit der Eucharistie auf viele verschiedene Art und Weisen bei einem Kongress zu einem großen Fest des Glaubens werden, so wie auch jede Feier der Eucharistie eine Feier des Glaubens ist. 
An vielen Orten in der Stadt hat man sich also auf die verschiedensten Art und Weisen mit dem Thema der Eucharistie auseinandergesetzt und damit ein gemeinsames Zeichen des Glaubens auch für die Stadt gesetzt. 
Auch uns hat es gereizt an diesem Ereignis der Kirche teilzunehmen, da wir uns als deren Teil sehen. Es ist eine große und sehr schöne Besonderheit der Katholischen Kirche, dass man deren Einheit so sehr und gerade auch in der Eucharistie zu verspüren bekommt. Wir meldeten uns also als Helfer an und durften unsere Zugehörigkeit zur Kirche und deren Glauben rein äußerlich schon durch ein rotes Helfer-Shirt, durch die Stadt laufend bekennen. Abgesehen von den Fragen der Teilnehmenden am Kongress, die uns oft überforderten, da wir uns in Köln nicht besonders gut auskennen, durften wir auch oft den Menschen aus der Stadt erklären was in ihrer Stadt gerade stattfindet und was wir da machen, dies waren schöne Erlebnisse. 
Eingesetzt wurden wir als Helfer im Zentrum der geistlichen Gemeinschaften, wo viele verschiedene Gemeinschaften sich vorgestellt haben und ihren Glauben miteinander geteilt haben. Durch unseren Einsatz dort durften wir unmittelbar an diesen Begegnungen und dieser Vielfalt teilhaben. Am Infostand durften wir mit vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch kommen. Außerdem gehörte es zu unseren Aufgaben die im Zentrum stattfindenden Workshops zu koordinieren. 


Gott wartet
Das zentrale Element des eucharistischen Kongresses war die Aussetzung des Allerheiligsten Sakraments. Zahlreiche Kirchen öffneten ihre Pforten, um den Pilgern und Besuchern die Möglichkeit zu geben Jesus anzubeten. 
Wir hatten das große Glück, dass unser Einsatzort direkt an der Minoritenkirche gelegen war in der, nach dem Gottesdienst am Vormittag, die Aussetzung bis zum Abend stattgefunden hat. So hatten wir die Gelegenheit immer mal wieder in die Kirche zu gehen, um ein wenig Ruhe zu finden, uns zu besinnen oder einfach nur eine Weile in Gottes Anwesenheit zu verweilen. „Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten.“ (Mt 2,2), lautete das Motto der Weltjugendtage, die 2005 in Köln stattgefunden haben; und tatsächlich sind die Menschen auch dieses Mal gekommen. In der Minoritenkirche waren durchweg Gläubige, die Jesus von Angesicht zu Angesicht treffen wollten. Wer auch Nachts der eucharistischen Anwesenheit Gottes bedurfte, konnte in die St. Mariä Himmelfahrt Kirche kommen, in der eine ewige Anbetung während der Dauer des Kongresses stattgefunden hat.
Es war berührend und stärkend zu sehen, dass Jesus die Menschen zusammenbringt und sie im Gebet vereint. 


Gott verzeiht
„Der Herr hat dir die Sünden vergeben.“ Es ist immer wieder befreiend diesen Satz vom Priester zu hören. Beim eucharistischen Kongress haben unzählige Menschen ebenfalls diesen Ausspruch gehört, als sie nämlich das Sakrament der Buße empfangen haben.
Es bot sich ein ungewöhnliches, aber erfreuliches Bild: in Beichtstühlen, draußen auf Bänken, unter einem Baum, auf Stühlen in den Seitenschiffen der Kirchen oder auch auf einer Mauer, überall sah man Priester, die die Beichte abnahmen. Was hat die Menschen bewegt dieses Sakrament zu empfangen? Die Antwort gab ein Mann, der nach 30 Jahren wieder dieses Sakrament empfangen hat: „Gott verzeiht und vergibt die Sünde und das kann sonst niemand. Ich fühle mich wie neu geboren; mir wurde eine zweite Chance gegen und das ist wundervoll!“ 


Gott hört
Auf der Bühne des Zentrums der geistlichen Gemeinschaften standen immer wieder verschiedene Gruppen, die viele wertvolle Botschaften vermittelten. Dies wurde von der Anzahl der Zusehenden bestätigt. Viele Personen teilten in ihren Zeugnissen ihren Glauben mit den Anwesenden und gaben damit viel Stoff zum Nachdenken, Mut und neue Kraft auf dem Weg des Glaubens weiterzugehen, oder diesen zu entdecken. Es tut immer wieder gut zu hören wie es anderen Menschen mit ihrem Glauben geht, oder wie viel Gott in ihrem Leben vollbringt. 
In der ganzen Stadt fanden weiter verschiedene Konzerte statt, die in Form von Musik die Tiefe und die Freude des Glaubens nach Außen gebracht haben. So hat Gott hören dürfen, wie sein Lob in vielen Momenten in der ganzen Stadt ertönte und was gibt es Schöneres, als unseren Gott aus ganzer Kraft in der Musik zu loben und ihm damit unser "Ja" zu ihm zu geben?! 
Die zahlreich stattfindenden Vorträge erfreuten sich an vielen Besuchern, so dass so mancher Saal in seinen Nähten zu platzen drohte. 
Neben Vorträgen fanden viele Workshops statt, die die Möglichkeit gaben sich unmittelbar mit den Themen zu beschäftigen, dies war eine große Bereicherung. 


Gott verbindet
Das Wort Gemeinschaft war auf dem Kongress ganz groß geschrieben. Es war eine außerordentlich reiche Erfahrung, eine Gemeinschaft mit allen Menschen zu bilden, die aufgrund ihres Glaubens an Gott, den Eucharistischen Christus, sich zusammenfinden. Wir konnten sehr viele neue Leute kennenlernen und neue Freundschaften schließen, egal ob durch gemeinsame Anbetung, Tanz oder Gesang. Prägnant war die frühe Samstagnacht, als wir total erschöpft nach dem Tag in unsere Jugendherberge wollten und auf unserem Weg eine kleine Gruppe am Kölner Dom trafen, die Gott im Gesang lobte. Da verging unsere Müdigkeit, als wir uns dem Lobpreis anschlossen und eine kleine neue Gemeinschaft gebildet haben. Gott verbindet – Mensch und Mensch, aber auch Gemeinschaften und Bistümer untereinander, die sich am Neumarkt und am Kolpinghaus vorgestellt haben. Nicht allein ist man stark, sondern durch Gott miteinander verbunden und das hat Stärke und Macht!

Gott überrascht
Während dieser 5 Tage kamen wir mit vielen Menschen in Kontakt. Gott hat uns öfters mit kleinen und großen Aufeinandertreffen überrascht. So kam ein Bischof auf uns zu, schüttelte uns die Hand und versicherte uns, wie sehr er sich freue, dass wir jungen Christen da seien. 
Eine ältere Dame überreichte uns Plätzchen, damit wir „etwas Süßes für zwischendurch“ haben. 
Außerdem gab es unzählige Gespräche mit Pilgern und Besuchern. Es war schön sich generationsübergreifend austauschen zu können und Erfahrungen miteinander zu teilen. Natürlich fehlte es auch nicht am Austausch unter den Helfern. Es war bereichernd mit jungen Menschen in Kontakt zu treten, die ihren Glauben leben und sich Jakobus Worte zu Herzen genommen haben: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach;“ (Jak, 1,22a).
Besonders gefreut haben uns die Begegnungen mit den Menschen, die wir schon vor dem Kongress gekannt haben. Es ist großartig, dass dieser Kongress nicht nur zu einem Treffen des Glaubens, sondern auch der Freundschaft geworden ist. 


Gott spricht 
Macht man nur ein wenig die Augen oder auch die Ohren auf, so sieht und hört man Gott in so vielen Momenten. Auch beim Eucharistischen Kongress, einem Fest des Glaubens, war das nicht anders. Sei es in den vielen Vorträgen und Katechesen, in denen man so oft genau das gehört hat, was einen gerade beschäftigt und man sich einfach nur mal wieder "WOW" gedacht hat, oder in persönlichen Gesprächen, die so oft auch ganz unerwartet und mit den verschiedensten, auch völlig unbekannten Personen stattfanden und man sich einfach nur bereichert gefühlt hat. Da behaupte einer Gott gäbe es nicht, oder er würde nicht zu uns sprechen. Ganz besonders berührend ist es, wenn man bei einer Anbetung zur Ruhe gekommen ist und die Anwesenheit Gottes spürt, vor seiner Größe, darüber staunend, niederkniet und dann in einen Korb mit Bibelzitaten greift, wie man dazu bei einem Nightfever die Möglichkeit hat, wie dies auch in der Minoritenkirche an mehreren Abenden der Fall war und dann ein Zitat zieht, das einen bis aufs Tiefste anspricht und wie ein direkter Beitrag von Gott ist. Gottes Wort ist unfassbar und so treffend. Die Erfüllung und Freude, die in solchen Momenten auftauchen sind nur kaum zu beschreiben. 


Gott stärkt
Es war ein kurzes, aber in sich starkes Wochenende. Alle Erfahrungen, Anstrengungen, Begegnungen mit Mensch und Gott haben uns auf unseren Lebenswegen ein Stück weitergetragen im aktiven Glauben. Gottes Wirken war spürbar! Und trotz kaum durchgeschlafener Nächte und physischer Erschöpfung zum Schluss, war der geistige Gewinn groß genug, um es zu übertrumpfen.

 

Das Zeugnis von Diana, Marcelina und Katharina findest Du auch HIER im Download-Bereich.