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Artur in Chicago [Teil 2]

on Sonntag, 15 Dezember 2013. Posted in Zeugnisse

                                                                                                 Chicago, 13.12.2013

Hallo Freunde,

es ist mir eine Freude euch wieder zu berichten können, wie es bei mir in Amerika läuft. Ich bin jetzt seit etwa 3 Monaten in Chicago und kann sagen, dass ich mich durchaus eingelebt habe. Der Sommer ist vorbei und Weihnachten steht vor der Tür. Mittlerweile bekomme ich auch manchmal Heimweh.

Doch nun dazu, wie es hier zugeht. Wir leben in einem Haus in der Northside von Chicago zusammen mit 8 Priestern und 3 Priesteramtskandidaten, plus wir 4 Missionare.

Connor kommt aus Iowa (Amerika) und ist ein Liebhaber des Wanderns.

John Paul (= Johannes Paul, benannt nach dem Papst Johannes Paul ll) kommt aus dem Süden von Amerika und ist ein typischer amerikanischer Footballspieler. James kommt ganz aus dem Süden, aus Texas. Er ist super lustig und spielt gerne Football.

Wir sind ein sehr ausgeglichenes Team und haben jede Menge Spaß. Doch was tun wir hier überhaupt? Wie sieht unsere Arbeit aus, fragt ihr euch sicherlich. In den ersten Wochen haben wir kaum gearbeitet, wir haben die Schulen und Kirchengemeinden besucht und die Personen kennengelernt.

Gleich zu Beginn gab es ein Wohltätigkeits-Golfturnier für die „Everest“ Schule. Das ist eine katholische Schule, die vom Kindergarten bis zur 8ten Klasse Schüler hat. Die Schule ist wunderbar, sogar eine Kapelle ist vorhanden. Da sie nur etwa 220 Schüler hat, ist die Stimmung sehr familiär und die Disziplin bemerkenswert. Auch tragen die Schüler eine Schuluniform und beten jeden Tag vor dem Unterricht. Ich wünschte, ich wäre wieder klein und könnte auch in so eine Schule gehen.

Zurück zu dem Golfturnier. An jedem Loch auf dem Golfplatz gab es Stationen und Missionen zu erledigen und alle hatten eine Menge Spaß. Vor allem die Missionare, also wir, da wir angefangen hatten, mit den Golfautos Wetterrennen zu fahren. Alles endete mit einem hervorragenden Abendessen im Golfclub.

Wenige Wochen später veranstaltete die „Everest“ Schule ein Vater-Sohn-Camp, in dem es unsere Aufgabe war, die Aktivitäten und den Campingplatz herzurichten. Wir steckten viel Blut, Schweiß und Tränen hinein, und es war ein voller Erfolg. Etwa 25 Väter mit ihren Söhnen tauchten auf. Wir hatten ein Riesenlagerfeuer, eine Schaumschlacht, eine Schnitzeljagd, einen gemeinsamen Rosenkranz, den Kreuzweg in der Nacht im Wald und am Sonntagmorgen eine Wasserbombenschlacht. Es war ein einzigartiges und extrem lustiges Ereignis. Dort habe ich auch gemerkt, wie dankbar ich für meinen Vater bin.

Von der anderen katholischen Schule “Eastlake” hatten wir auch jeweils ein Wohltätigkeitsgolfturnier, bei dem wir Spenden gesammelt haben, und ein Vater-Sohn- Camp, das so ablief wie das Camp an der „Everest“ Schule.

An Montagen haben wir unseren Community-Tag, wo wir keine apostolische Arbeit machen, sondern alle zusammen, Priester, Priesteramtskandidaten und Missionare Fußball, Basketball oder Football spielen gehen und anschließend Brettspiele spielen oder einen gemeinsamen Film anschauen. Es ist schön mit den Priestern Zeit zu verbringen, da sie immer die besten Erfahrungen gesammelt haben und wir sie mit Fragen löchern können. Der beste Community-Tag war der, an dem uns eine Familie eingeladen hat, die ein Seehaus hatte, und wir Jetski fahren durften.

Doch nun weiter mit unserer echten Arbeit. Wir sind aufgeteilt in zwei Teams:

James und ich sind für die Schulen und Jugendgruppen im Süden von Chicago verantwortlich und JP (Kurzform für John Paul) und Connor arbeiten in der North Side. Jeder Tag fängt um 6:30 Uhr mit dem Aufstehen an. 7:00 Uhr Messe, 7:30 Uhr Morgenmeditation und 8:00 Uhr Frühstück. Und so läuft auch der Dienstag. Nach dem Frühstück haben wir Katechismus-Unterricht, in dem wir Schritt für Schritt den ganzen Katechismus durchgehen. Danach haben wir alle zusammen ein Gruppenmeeting: Die 4 Missionare und Pater Jacob und Bruder Ryan, die unsere Treffen und Termine planen und uns bei Exerzitien unterstützen. Während des Tages beten wir den Rosenkranz und haben abends Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. So sieht unser normaler Tag aus. Wir besuchen Familien, Gemeinden, leiten Jugendgruppen, arbeiten an Schulen als Mentoren, halten Vorträge und leiten Camps und haben apostolische Projekte wie Suppenküchen und Nightfever.

Vor einer Woche hatten wir einen Firmungs-Einkehrtag für 70 Achtklässler/innen.

Wir steckten viel Planung und Ideen rein, doch hatten keine hohen Erwartungen, da es Jugendliche aus einem schweren Umfeld sind, die keinen tiefen Glauben haben.

Ich war der Hauptleiter/Manager des Einkehrtages, d.h. ich musste mich darum kümmern, dass der Raum verfügbar ist, in dem sich alles abspielen wird, dass wir alle Materialen, die wir brauchen, zusammen haben, dass die elektronischen Sachen wie Mikrophon, Licht und Projektor vorbereitet sind. Auch, dass alle Vorträge, die von den anderen Missionaren vorgetragen werden, vollständig und gründlich durchdacht sind. Das war sehr stressig, aber hat mir sehr gut gefallen, weil ich mich sehr für die „Eventmanagement- Branche“ interessiere.

Der Beginn des Einkehrtages war um 8 Uhr. Ich bin um 5 Uhr aufgewacht und hab klargestellt, dass alles am richtigen Platz ist, und dann ging`s schon los. Ich war sehr nervös und aufgeregt und habe gehofft, dass alles gut läuft.

Als dann die Teilnehmer eintrafen, hatte ich ein ungutes Bauchgefühl. Sie sahen nicht motiviert und glücklich aus, sie sind nur gekommen, weil es ihre Eltern von ihnen verlangt haben.

Doch zu unserem Erstaunen lief es sehr gut. Wir hatten laute Musik und Discolichter während wir mit Spielen angefangen haben, um die Atmosphäre aufzulockern. Auch die Vorträge liefen super. Die Kinder wurden permanent einbezogen und waren interaktiv. Wir hatten Vorträge über “Gottes Liebe”, “Warum erlaubt Gott Leid in der Welt”, “Gottes Plan in deinem Leben”, “Sünde, Hölle und Beichte”, und was es heißt, ein echter Mann und eine echte Frau zu sein. Mittendrin hatten wir Zeit für Sport und Snacks. Und am Ende luden wir zur Anbetung des Allerheiligsten ein. Dort konnten sie vorgehen und einen Brief an Gott lesen und danach eine Kerze anzünden. Als wir sagten, dass während der Anbetung auch die Möglichkeit zur Beichte vorhanden ist, gingen mehr als die Hälfte der Jugendlichen zur Beichte. Alle waren so erstaunt und berührt, es war ein echtes Wunder. Das hat mein Herz mit so einer Freude erfüllt. Pater Jacob ist eine Stunde länger geblieben, um alle Beichten entgegenzunehmen. Dieser Einkehrtag war ein voller Erfolg. Und ich bin Gott jeden Tag so dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, in Amerika zu sein und solche Arbeit leisten zu können mit den Patern, Brüdern und Missionaren. Das erfüllt mich mit Liebe, Freude, Friede und bringt mir Erfüllung.

Gestern sind wir von einem Trip nach Detroit zurückgekommen, wo wir mit zwei Mädchen aus Mexiko, die auch Missionare sind, an zwei katholischen Highschools das Missionarsjahr promotet haben.

Und morgen gehe ich für eine Woche nach Haiti mit Pater Michael, wo wir zusammen mit 10 anderen Jugendlichen beim Bau einer Kirche und in einem Waisenhaus helfen werden. Darüber werde ich in meinem nächsten Erfahrungsbericht berichten, auch Bilder werden dabei sein.

Ich danke so sehr für jegliche Unterstützung, im Gebet und auch finanziell.

Ich wünsche euch allen eine schöne Bescherung, geruhsame Weihnachtstage, einen guten Rutsch und Gottes Segen fürs neue Jahr. Ihr seid alle in meinen Gebeten.

Grüße aus Amerika/Haiti

Artur RCMC

 

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