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"7 Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: 8 Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, 9 und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. 10 Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. 11 Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. 12 Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. 13 Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. 14 Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten."

 

Auch die kleinen Entscheidungen – wie hier bei einer Einladung zum Essen – haben eine Bedeutung, wie dieser kleine Ausschnitt aus dem jüdischen Talmud beschreibt: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“

 

Eine kleine „Anleitung“ zum Gebet

Für die Zeit des Gebetes, die ich mir jetzt nehme, lade ich Jesus bewusst zu mir ein. Er will bei mir, in meinem Leben zu Gast sein. Diese Zeit dürfen wir zusammen verbringen, alles andere darf jetzt in den Hintergrund treten. Ich versuche ganz für ihn da zu sein, ihm zuzuhören, mit ihm ins Gespräch zu kommen.

sich einen Platz aussuchen – einen Platz bekommen

Ich versetze mich in die Szene hinein. Zuerst nehme ich die Bewegung auf, mir in einer Gesellschaft einen Platz auszusuchen. Welcher Platz passt für mich, wo gehöre ich hin, wie viel „Ehrenplatz“ steht mir zu, von wem will ich gesehen werden… Dann lasse ich mir zusagen: „Mein Freund / meine Freundin, rück weiter hinauf“ und ich spüre, wie es ist, wenn ein anderer mich anschaut und mir einen Platz anbietet… Ich spüre nach, was beide Szenen unterschiedlich in mir auslösen.

Arme, Krüppel, Lahme, Blinde beim Mahl…

 

Gott ist der große Gastgeber unseres Lebens. Von ihm bin ich eingeladen mit allem, was an mir ärmlich, verkrüppelt, blind… ist. Alles in mir hat Platz an seinem Tisch. Ich verweile bei dieser Einladung Gottes. Dann kann ich schauen, ob es in mir einen Impuls gibt, es ihm ähnlich zu tun und einladend zu sein für das Kleine, Geringe, Schwache, Kranke wo immer es mir begegnet.

erhöhen – vergelten

Jesus identifiziert, was uns oft zum Handeln antreibt: Die Frage danach, wie „hoch“ wir aufsteigen und die Frage, „was wir davon haben“. Kenne ich diese Motivationen für mein Handeln? Was wäre, wenn ich es Jesus überließe, was mein Weg mir „bringt“ und wie „hoch“ er mich führt? Am Schluss führe ich ein Gespräch mit Jesus, der den letzten Platz eingenommen hat, und mit dem Vater im Himmel, der eine Schwäche hat für die Kleinen und Erniedrigten.

 

Jesus lehrt uns etwas sehr wichtiges in diesem Bibelabschnitt. Schöpfe Glück und gute Laune nicht daraus, dass du dich selbst erhöhen und andere erniedrigst. Sei selbstlos, zeig Demut und setz dich somit auf den hintersten Platz des Tisches. Sei froh, dass du anderen dienen und helfen kannst. Lass Macht, Wohlstand, Reichtum und Ruhm nicht dein Herz beeinflussen. Gott gibt dir echte Freude und Glück. Vergiss das nicht!