logotype
img1
img2
img3
img4
img5

"In jener Zeit sagte kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt."

 

Gedanken in den Alltag:

Mahl mit den Sündern

Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Immer wieder wird in den Evangelien davon erzählt, dass Jesus Aufsehen erregt, weil er mit Leuten [Tisch]gemeinschaft hat, die bei den Menschen drumherum mindestens Naserümpfen verursachen. Ich kann mir an diesem Wochenende einmal meine Gemeinde, meine Gemeinschaft ansehen, die Menschen, mit denen Jesus immer wieder Mahl hält. Ich schaue mir realistisch die Menschen an, die dort dabei sind. Jesus hält Mahl mit ihnen allen – und immer wieder auch mit dem Sünder, der ich bin.

 

Zur Betrachtung:

Am Beginn der Gebetszeit besinne ich mich auf Gottes Gegenwart. Gott ist immer da, gerade auch in Situationen, in denen ich mich verloren fühle. Ein Wort oder einer Geste mag mir helfen, seiner rettenden Gegenwart in mir Raum zu geben und ihrer bewusst zu werden.

 

... das Verlorene in mir

Das verlorene Schaf, die verlorene Drachme sind auch Bilder für mich selbst. Auch in mir gibt es Teile, Aspekte, Wege, die verloren gehen, auf Abwege geraten, nicht mehr erreichbar sind…. Ich spüre diesen verlorenen Anteilen nach, ich spüre meinen Abwegen nach mit der Frage, wo sie mich hinführen

 

... dem Verlorenen nachgehen

Ich betrachte die leidenschaftliche Suchbewegung, von der im Evangelium die Rede ist. Mit dieser Leidenschaft sucht Gott nach mir unermüdlich, bis er findet. Oder, wie Ignatius rät: „Erwägen, wie Gott sich in allen geschaffenen Dingen auf dem Angesicht der Erde für mich müht und arbeitet“ (EB 236). Ich bin diesem Gott unendlich wichtig. Er setzt unglaubliches ein, um mich zu finden und bei mir zu sein

...Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt

Ich bin nicht nur in dieser Welt wichtig, mein Handeln hat Gewicht und Bedeutung im Himmel. Der Himmel freut sich, über mich ganz, wenn ich umkehre zum Leben. Eine unglaubliche Zusage, dass mir unbedeutendem und kleinen Menschen eine so große Beachtung geschenkt ist. Wo darf ich umkehren... 

 

Am Ende der Gebetszeit führe ich ein Gespräch mit Jesus, der mir versichert, dass im Himmel Freude herrscht, weil/wenn ich mich Gott zuwende. Nach der Gebetszeit kann ich noch mal nachspüren: Wo war ich, wenn ich nicht beim Herrn war? Wo waren wir beieinander? Welches Wort, welcher Gedanke, welche Empfindung war besonders stark während des Gebetes.

 

 

Quelle:

www.edith-stein-exerzitienhaus.de